Halifax ist die Hauptstadt der kanadischen Provinz Neuschottland und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der atlantischen Provinzen. Die Halifax Regional Municipality besteht aus Halifax, Dartmouth, Bedford und Sackville und bildet ein Halifax Metro genanntes Ballungsgebiet. In der Regional Municipality leben etwa 370.000 Menschen, was 40 % der Bevölkerung Neuschottlands entspricht. Zu Halifax gehört darüber hinaus die abgelegene Insel Sable Island.
Die im Raum Halifax ansässigen Mi'kmaq nannten das Gebiet Jipugtug, anglisiert Chebucto, was so viel wie ‚Größter Hafen‘ bedeutet.1 Während der warmen Jahreszeit lebten Mi'kmaq-Gruppen am Bedford Basin, also am nördlichen Ende des Halifax Harbour, die sich im Winter aus dem küstennahen Gebiet zurückzogen. Siedlungsspuren fanden sich zwischen Point Pleasant Park, also dem Südende der Halifax Peninsula, und weit ins umgebende Festlandsgebiet hinein.
Chebucto wurde von den Franzosen nicht besiedelt, ihre nächsten Siedlungen befanden sich im späteren Windsor (seit etwa 1685) und in Pizquid. Pizquid war die am nächsten am späteren Halifax liegende Siedlung der Akadier. Als 1713 durch den Frieden von Utrecht, das französische Acadia an England fiel, wurde Annapolis Royal die Hauptstadt. Dagegen errichtete Frankreich ab 1717 die Festung Louisbourg.
Während des King-George-Krieges fiel die Festung an England, 1746 versuchte Frankreich vergebens die Rückeroberung. Dabei soll der Duc d’Anville 1.016 Männer bei Halifax beerdigt haben. 1748 ging die Festung erneut an Frankreich. Seit 1713 versuchte London durch englische Siedler ein Gegengewicht gegen die akadische Mehrheit zu schaffen.
General Edward Cornwallis erhielt den Auftrag, eine Siedlung bei Chebucto zu gründen. Er segelte mit 13 Schiffen in Begleitung eines Kriegsschiffs und mit 1.176 Siedlern an Bord dorthin. Zusammen mit ihren Familien waren dies wohl rund 2.500 Menschen, die am 9. Juli 1749 landeten. Am 21. Juni 1749 begann die Ansiedlung am Fuß des späteren Citadel Hhill. Der Posten wurde nach dem George Montague-Dunk, 2nd Earl of Halifax, dem Präsidenten des Board of Trade benannt. In dem riesigen Hafen ließen sich Batterien zum Schutz der Einfahrt, wie etwa auf McNab's Island, Point Pleasant oder George's Island sowie der York Redoubt einrichten.
Mit dieser Ansiedlung begann Father Le Loutre's War, der sich von 1749 bis 1755 hinzog. Einerseits brachen die Briten mit ihrer Ansiedlung einen 1726 geschlossenen Vertrag mit den Mi'kmaq.2, andererseits sahen die Akadier darin eine Bedrohung. Daher griffen sie gemeinsam mehrfach die Siedlung an, und auch Blockhütten außerhalb der Stadt wurden angegriffen. Mi'kmaq griffen das North Blockhouse an, im Süden eine Sägemühle3.
Halifax entwickelte sich zum Gegengewicht gegen das französische Louisbourg auf Cape Breton. Es wurde zum Ausgangspunkt für die Belagerung und Eroberung der Festung 1758 und war auch danach eine der Hauptbasen für die britischen Marineunternehmen in Nordamerika. Nach der Niederlage der Akadier wurden viele von ihnen auf Georges Island im Hafen von Halifax interniert. 1758 fand die erste Abgeordnetenversammlung statt, und noch im selben Jahr begann der Ausbau von Halifax zu einer Hafenstadt mit der ersten Werft. Der erste Leuchtturm entstand4.
Trotz der britischen Versuche, Siedler für die Festungsstadt zu gewinnen, zogen viele von ihnen nach Süden, da die Lebensbedingungen für Europäer sehr ungünstig waren. Andererseits zogen Fischer aus Neuengland nordwärts in die fischreichen Gewässer.
Die ab 1763 vergrößerte Kolonie Nova Scotia war nach der Deportation der Akadier weitgehend entvölkert. Ausnahmsweise gestattete London daher die Einwanderung von ausländischen Protestanten, die sie im Heiligen Römischen Reich, in den Niederlanden, Neuengland, aber auch auf Martinique anwarben. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von rund 2.500 im Jahr 1761 auf rund 4.000 im Jahr 1790. Weitere Siedlungen wurden gegründet oder neu gegründet, wie etwa Lunenburg.
Halifax hing erheblich von den Militäranstrengungen Großbritanniens ab, daher stagnierte die Siedlung, nachdem mit der Zerstörung von Louisbourg im Jahr 1758 die französischen Gegner bedeutungslos geworden waren. Nach 1763 wurden zahlreiche Matrosen und Schiffe abgezogen, der Postdienst wurde eingestellt. Die verbliebenen Händler schlossen sich 1765 zusammen, um den Schoner Nova Scotia Packet für den Postdienst nach Boston sicherzustellen.5
Die Sparsamkeit der Regierung bewirkte sogar, dass die Stadt am Öl für die Leuchttürme sparen musste, wie das Sambro Lighthouse. Die Miliz wurde aufgelöst. Schließlich wurde die Not so groß, dass die Stadt im Winter 1775 mit Mehl aus Québec versorgt werden musste. Die Zustände spitzten sich derartig zu, dass die Stadt im November 1775 dem Kriegsrecht unterstellt wurde.
Schlagartig änderte sich die desolate Situation, als am 30. März 1776 General William Howe, der mit 200 Offizieren und 3.000 Männern sowie über 4.000 Loyalisten hatte aus den USA fliehen müssen, in die Stadt kam. Weitere Tausende von Flüchtlingen, oft "in a destitute and helpless condition" folgten.6 Den Höhepunkt erreichte der Flüchtlingsstrom nach der Evakuierung von New York, London reagierte, indem es die Kolonie aufteilte, so dass weitere Kolonien unter den Namen New Brunswick und Cape Breton Island entstanden.
Halifax wurde zu einer Hochburg der Loyalisten, zugleich profitierten seine Händler vom Kapital und von den Menschen, die London dorthin schickte. Während des Krieges griffen von dort häufig Schiffe die aufständischen Neuenglandkolonien an. Viele Sklaven flohen aus den USA nach Kanada und kamen in die Stadt, gefolgt von Jamaikanern, was zu einer starken schwarzen Gemeinschaft führte. Die Einwohnerzahl verdreifachte sich.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1761 | 2.500 |
| 1790 | 4.000 |
| 1828 | 14.439 |
| 1841 | 14.422 |
Halifax war nach der Unabhängigkeit der USA Großbritanniens Hauptfestung in Nordamerika. Die Briten förderten den Handel innerhalb des Kolonialreichs, so dass die Kontakte zu den karibischen Kolonien intensiviert wurden. Händler wie Charles Ramage Prescott und Enos Collins profitierten besonders von den Kriegen, die Napoleon in Europa auslöste, und von dessen Handelsblockade, der Kontinentalsperre (1806-14). 1794 kam Prince Edward, Duke of Kent als Kommandeur nach Nova Scotia und blieb bis 1800. Er ließ, oftmals nach eigenen Plänen, die Stadt mit Festungsbauten umgeben. Daneben entstanden Hunderte von Häusern im Stil der Zeit, in der auch der Glockenturm auf dem Citadel Hill, die St. George's Round Church, errichtet wurde. Die Befestigungsanlagen waren so stark, dass sie nie angegriffen wurden.7
Während des britisch-amerikanischen Krieges von 1812 bis 1815 nahm die in Halifax stationierte HMS Shannon die amerikanische Fregatte USS Chesapeake als Prise. Die Invasionstruppe, die Washington angriff und das Weiße Haus niederbrannte, kam aus Halifax. Eine Truppe unter Lord Dalhousie eroberte von Halifax aus das Gebiet von Castine im Süden von Maine. Aus dessen Einnahmen wurde später die Gründung der Dalhousie University finanziert. Viele Bewohner beteiligten sich als Piraten an den Plünderzügen südwärts. Die Stadt profitierte dermaßen von den Kriegsgewinnen, dass aus dieser Zeit noch bedeutende Gebäude bestehen, wie das Province House, in dem das lokale Parlament tagte, ebenso wie das Government House, in dem der Gouverneur residierte.
Saint Mary's University wurde bereits 1802 als Grundschule gegründet, stieg nach Gründung der Dalhousie-Universität zum College auf. Die beiden Schulen standen zunächst im Ortskern, bevor sie umzogen.
Wie schon nach den letzten Kriegen brach der Boom schnell zusammen. 1818 zog die Royal Navy nach Bermuda. Doch diesmal waren die Unternehmer besser vorbereitet und nutzten die Vorzüge der Stadt. Diese lagen vor allem im Schiffsbau, etwa dem von Dampfschiffen, für den Samuel Cunard maßgeblich wurde, hinzu kam der steigende Kapitalbedarf im Hinterland, für den Bankiers wie Enos Collins gebraucht wurden. So entstanden die Halifax Banking Company, die Union Bank of Halifax, die People's Bank of Halifax, die Bank of Nova Scotia und die Merchants' Bank of Halifax sowie die spätere Royal Bank of Canada.
Weiterhin profitierte die Stadt von den britischen Kriegen, sei es der Krimkrieg oder der Amerikanische Bürgerkrieg, aber auch der Zweite Burenkrieg. Für die Militär- und Besiedlungsunternehmungen mobilisierte London erhebliche Kapitalmengen. Bereits 1809 entstand die Halifax Insurance Company, vor allem aber die Bank of Nova Scotia im Jahr 1832. Für die herausragende Stellung der Stadt im atlantischen Verkehrssystem ist es bezeichnend, dass 1837 die erste Überquerung des Ozeans mit einem dampfbetriebenen Schiff, der Royal William gelang. 1840 wurde der reguläre transatlantische Dampfschiffbetrieb des Cunard Liners S.S. Brittannia aufgenommen. Die Einwohnerzahl hielt sich bei über 14.000.
Doch die Kolonie verlangte zunehmend Eigenverantwortlichkeit und wollte sich den Vorgaben Londons nicht mehr bedingungslos fügen. Joseph Howe gilt bis heute als Vater des Responsible Government in Britisch-Nordmerika. Nach seiner Wahl ins House of Assembly als Führer der Liberalen, setzte er die Stadtgründung von Halifax im Jahr 1842 durch. Die Haligonians wählten erstmals einen eigenen Bürgermeister.
Auch nach den gescheiterten Rebellionen von 1837 blieb Halifax eine der Hochburgen der politischen Eigenständigkeitsbewegung, die allerdings keineswegs eine Unabhängigkeitsbewegung war. Im Gegenteil bekämpften viele Halegonians 1867 die Loslösung von London. Howe erkannte, dass Eisenbahnverbindungen das Land zusammenhalten konnten und dem östlichsten Exporthafen nach Europa nutzen würden. So entstand die Nova Scotia Railway von Richmond im Norden zum Minas Basin bei Windsor und nach Truro und weiter nach Pictou. In den 1870er Jahren entstanden Linien nach Moncton und nach Saint John, dazu zahlreiche Lokalbahnen. Damit wurde Nova Scotia mit den USA, aber auch mit Québec verbunden. Die Einwohnerzahl überstieg bis 1851 die 20.000, bis 1861 die 25.000.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1851 | 20.749 |
| 1861 | 25.026 |
| 1871 | 29.582 |
| 1881 | 36.100 |
| 1891 | 38.437 |
| 1901 | 40.832 |
| 1911 | 46.619 |
| 1921 | 58.372 |
| 1931 | 59.275 |
| 1941 | 69.326 |
| 1951 | 85.589 |
| 1961 | 92.511 |
| 1971 | 122.035 |
| 1981 | 114.594 |
| 1991 | 114.455 |
Der Bürgerkrieg in den USA veränderte die wirtschaftliche und politische Lage erneut. Viele Männer aus Halifax unterstützten die Nordstaaten im Kampf gegen den Süden. Nur ein Teil von ihnen, vor allem die Händler, die mit den Westindischen Inseln verbunden waren, untersrützte den Süden. Händler wie Alexander Keith, Jr. profitierten von Lieferungen an beide Kriegsseiten. Häufig lagen Nordstaatenschiffe im Hafen.
Als London die Konföderation seiner Kolonien im Norden Amerikas veranlasste, um dem Expansionsdruck der USA zu widerstehen, fürchteten Händler aus Halifax um ihre guten Kontakte nach Boston und New York. London musste Konzessionen machen, um die Selbstständigkeit Kanadas durchzusetzen. Dazu lenkte es britisches Kapital nach Kanada, um die transkontinentalen Eisenbahnverbindungen möglichst schnell voranzutreiben. Zudem beteligte sich London weiterhin am Schutz des Landes. So blieben britische Truppen bis 1906 in der Stadt, als sie durch kanadische ersetzt wurden. Die Flotte blieb sogar bis 1910. Für den Einfluss der Händler bezeichnend ist es, dass im Mechanic's Institute Archivalien und Artefakte gesammelt wurden, einer Institution, aus der das Nova Scotia Museum hervorging.
Währenddessen stieg die Einwohnerzahl weiter. Waren es 1871 knapp 30.000 Einwohner, die beim alle zehn Jahre stattfindenden Zensus gezählt wurden, so stieg diese bis 1881 auf über 36.000, bis 1891 auf rund 38.500. Die Industrialisierung, die sich bis dahin überwiegend im Militärbereich niederschlug, sowie im Schiffbau, erreichte bald auch das häusliche Leben. 1882 entstand etwa das erste Telefonsystem.
Mit dem Ersten Weltkrieg wuchs die Stadt erneut. Dort fanden Schiffe Schutz vor deutschen U-Boot-Angriffen, kriegswichtige Güter verließen von dort Kanada Richtung Europa. Das gleich galt für kanadische Soldaten, die die Briten unterstützten. Hatte die Stadt 1911 noch über 46.000 Einwohner gezählt, so waren es nach dem Krieg über 58.000.
1917 traf die Stadt eines der schwersten Unglücke. Das französische Munitionsschiff Mont Blanc kollidierte mit dem belgischen Schiff Imo im Hafen. Auf dem Munitionsschiff lagen 2.300 Tonnen Explosivstoffe, 200 Tonnen TNT, dazu Benzol. Diese Ladung explodierte am 6. Dezember (Halifax-Explosion). Die Wucht der Explosion schleuderte Teile im Umkreis von 5 km in die Luft. Rund 2.000 Menschen starben, 9.000 wurden verletzt. 25.000 Menschen waren obdachlos. Am 7. Dezember traf zudem ein Blizzard die zerstörte Stadt. Der Wiederaufbau veränderte das North End. Trotz des gewaltigen Ausmaßes dieser Katastrophe ist der Untergang der RMS Titanic, bei dem rund 1.500 Passagiere ums Leben kamen, das bei weitem bekanntere Unglück. In Halifax sind 121 Opfer der Titanic-Katastrophe von 1912 auf dem Fairview Cemetery bestattet worden. Weitere 29 Opfer liegen auf dem Mount Olivet Cemetery und dem Baron de Hirsch Cemetery.
Nach dem Krieg brach die Wirtschaft abermals ein, obwohl der Wiederaufbau und der Bau des Halifax Shipyard neue Arbeitsplätze brachten. Hinzu kam ein Rückgang der Schiffbauindustrie, schließlich ab 1929 die Weltwirtschaftskrise. Immerhin entstanden im Süden Hochseeterminals sowie Verladestationen für den Übergang vom Schiffs- zum Eisenbahnverkehr. Die Foundation Franklin brachte in den 30er Jahren neue Jobs. 1925 wurde die transatlantische Telegraphenverbindung fertiggestellt.
Halifax, mit inzwischen fast 70.000 Einwohnern, spielte im Zweiten Weltkrieg abermals eine bedeutende Rolle. Der Nordwestatlantik wurde von Konteradmiral Leonard W. Murray kommandiert. Schiffskonvois sammelten sich im Bedford Basin, um Versorgungsgüter an die alliierten Truppen zu liefern. Die Eisenbahn brachte Güter und Mannschaften an die Küste, Trans Canada Airways nahm 1941 die Flugverbindung nach Vancouver auf. Dabei fürchtete man in der Stadt deutsche U-Boot-Angriffe, vor der Küste wurden tatsächlich einige Handelsschiffe versenkt, dazu zwei kleine Kriegsboote. Die Wohnverhältnisse in der zwei Jahrzehnte vernachlässigten Stadt, und die Spannungen zwischen Zivilbevölkerung und 25.000 Militärs kulminierten im Mai 1945 im Halifax Riot. Dabei war der starke Zuzug von Soldaten die Ursache dafür, dass die Lebenshaltungskosten überaus stark anstiegen und die dabei verdoppelte Bevölkerungszahle der Zentrale für den Atlantikkrieg bei kaum veränderten Strukturen Feindseligkeiten auslöste. Mehr als 9.000 Soldaten, die die deutsche Kapitulation feiern sollten, begannen die Stadt zu plündern, der nicht informierte Konteradmiral ließ am nächsten Tag weitere 9.500 Mann an Land gehen. 207 Häuser wurden insgesamt ausgeraubt, 654 Geschäfte zerstört. Am 18. Juli explodierte das Bedford-Munitionsmagazin, wie 1917 im Norden der Stadt.
Nach dem Krieg erfolgte nicht der sonst geläufige Niedergang der Stadt, weil der Kalte Krieg weitere Investitionen in Bewegung setzte. Hinzu kam, dass der kanadische Sozialstaat nicht nur mehr Aufgaben an sich zog, sondern auch mehr Arbeitsstellen schuf. Dazu kamen Stellen im Bereich der Bildung und auch der Denkmalspflege, dem Heritage-Bereich. Dies wiederum förderte den Tourismus, so dass die Stadt ihre ökonomische Basis verbreiterte. 1960 eröffnete der Halifax International Airport.
Bis weit in die 50er Jahre kamen zahlreiche Auswanderer in Halifax an. Pier 21 war ein bedeutender Ankunftsort für sie. Es ist heute ein Museum und eine nationale historische Stätte. Ab 1955, als die Angus L. Macdonald Bridge eröffnet wurde, war die 1752 eingerichtete Fährverbindung zwischen Halifax und Dartmouth nicht mehr die einzige Direktverbindung zwischen den beiden Städten.
Die Stadt dehnte sich ins Umland aus, wobei die sehr hügelige Region eine kompakte Besiedlung gar nicht zuließ. So kamen 1969 Eingemeindungen zum Zuge, wie die von Rockingham, Clayton Park, Armdale und Spryfield. Vor allem in den 70er Jahren wurde ein erheblicher Teil der überlieferten Architektur zerstört, Grundstücksspekulation und Bürobauten waren die treibenden Kräfte, denen sich die Stadtregierung nur unzureichend steuernd entgegenstellte. Diese Rolle übernahm eine Bürgerbewegung, die eine breite Straße entlang der Küste verhinderte, und stattdessen den Hafenraum wiederbelebte. Um die geplanten Ausblicke über die Stadt, die bereits seit zwei Jahrhunderten konzipiert waren, zu schützen, wurde die Bebauungshöhe punktuell begrenzt. Dennoch wurden zahlreiche Gebäude abgerissen und durch Betonbauten ersetzt, vielfach vorhandene Gebäude unter Inkaufnahme dürftiger Stilbrüche oftmals gegen Widerstand durchgesetzt.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 2001 | 276.412 |
| 2006 | 282.924 |
Derweil wurde Africville, eine Siedlung der Schwarzen von Halifax, zum Slum erklärt, abgerissen und für Industrieanlagen und den Bau der A. Murray MacKay Bridge in Anspruch genommen. 2001 forderte ein Bericht der UN Ausgleichszahlungen für die Vertriebenen.
Halifax hat durchgehend eine Politik betrieben, die sich gegen bloße Expansion ins Umland wehrte, doch in den 90er Jahren dehnten sich vor allem Dartmouth, Bedford und Sackville aus. Auch machten Einkaufszentren, allen voran der Bayers Lake Business Park, den Geschäften in der Innenstadt scharfe Konkurrenz. Die konkurrierenden Städte förderten diese Anlagen und die Provinzregierung ihrerseits bestärkte die Eingemeindungspläne um diese für die Orte schädliche Konkurrenz um Neuansiedlungen zu beenden.
1995 wurde ein Act to Incorporate the Halifax Regional Municipality angenommen und die Halifax Regional Municipality entstand am 1. April 1996. Dieser „HRM“ umfasst alle Orte im Halifax County einschlileßlich Sable Island, das rund 180 km vor der Küste liegt.
Vom 15. bis 17. Juni 1995 fand der 21. Gipfel der G7-Staaten in Halifax statt. Neben dem Ansehensgewinn brachte der Gipfel rund 2.000 Delegierte in die Stadt, dazu 2.100 Medienmitarbeiter und Journalisten, sowie 1.000 Sicherheitsbeamte.
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